Deutschkurse im Kolping-Bildungswerk laufen nach „Corona-Pause“ weiter

© KBW Optimistischer Blick in die Zukunft trotz Einschränkungen

Nicht nur Schulen und Kitas, sondern auch Deutschkurse mussten aufgrund der Corona-Pandemie wochenlang pausieren. Im Kolping-Bildungswerk Paderborn waren über 400 Lernende aus Russland, Syrien, Polen, Afghanistan und vielen anderen Ländern von der Unterbrechung betroffen. Seit dem 25. Mai wird der Unterrichtsbetrieb nach und nach wieder aufgenommen. Was bedeuten die Einschränkungen und Lockerungen für die Menschen, die gerade die deutsche Sprache lernen? Oft hängen die Zukunftspläne der Teilnehmenden von dem erfolgreichen Kursabschluss ab.  Barbara Maria  Szostakowska, die einen berufsbezogenen Sprachkurs des Kolping-Bildungswerks in Soest besucht, berichtet:

„Durch die Corona-Situation hat sich mein Leben total auf den Kopf gestellt. Noch im Monat Januar 2020 schien die Welt in Ordnung zu sein. Es war geplant, dass ich meine Ausbildung zur Arzthelferin beginnen sollte. Ich hatte meine Lehrstelle bereits sicher in der Tasche, wie man so sagt. Zusätzliche Voraussetzung für die  Ausbildung ist das B2-Zertifikat. Natürlich hat sich wegen Corona alles verzögert, der Sprachkurs wurde unterbrochen und der Ausbildungsbeginn rückt immer näher.“ 

Einige Kurse konnten digital durchgeführt werden – ein Angebot, das die Lernenden dankbar annahmen. Den Präsenzunterricht können die Onlinekurse jedoch nicht ersetzen. Deshalb war die Freude und Erleichterung groß, als am 25. Mai die ersten vier Präsenzkurse wieder starten konnten. Weitere Kurse kamen im Juni dazu. Um die Sprachkurse durchführen zu können, mussten die Mitarbeitenden der Kolping-Bildungswerkes eine Vielzahl von Maßnahmen  treffen: Das Erstellen des Hygienekonzeptes, die Vorbereitung der Unterrichtsräume,  das Anbringen der  Schilder mit dem Hinweis auf die neuen Regeln während des Aufenthaltes am Standort, das Erstellen des neuen Reinigungsplans, das Bestellen von Desinfektionsmitteln, Mund-Naseschutzmasken, Handschuhen. „All das waren  für uns, wie auch für viele andere, neue Aufgaben, die schnellstens umgesetzt werden mussten“, erzählt Oksana Kojuschna vom Kolping-Bildungswerk und ergänzt: “Das Wichtigste ist, dass der Präsenzunterricht jetzt wieder läuft. Viel zu groß war der Wunsch, endlich wieder zum geregelten Alltag von früher wieder zu kommen, die Teilnehmenden zu begrüßen,  den Unterricht zu gestalten, den Austausch mit Kollegen zu genießen, endlich wieder mal die netten Gespräche in der Pause miteinander zu führen und einfach wieder einander ein Lächeln zu schenken.“ Der Abstand, das Tragen von Mund-Naseschutzmasken  sowie das Desinfizieren der Hände gehört zum neuen Alltag in der Einrichtung. Sowohl die Kursteilnehmerinnen und –teilnehmer als auch die Mitarbeitenden legen großen Wert darauf, sich an alle Vorgaben zu halten, um den Betrieb weiterhin aufrecht zu erhalten.

© KBW Barbara Maria Szostakowska ist froh, dass sie wieder zum Deutschunterricht gehen kann. Und für ihre Ausbildung hat sie auch eine Lösung gefunden: „Mit meinem Ausbilder habe ich vereinbart, dass das Lehrverhältnis in jedem Falle fristgerecht angetreten werden soll. Das Sprachzertifikat kann ich nachreichen. Das Leben muss doch weitergehen, ich will unbedingt in diesem Beruf arbeiten und keine Zeit verlieren!“

Auch Oksana Kojuschna blickt optimistisch in die Zukunft. Aufgrund der Einschränkungen hat sie in den vergangenen Monaten viel Neues ausprobiert, von digitalem Unterricht bis hin zu alternativen Kommunikationswegen. „Alle Kolleginnen und Kollegen, Lehrkräfte, Verwaltung und Koordination, haben super mitgearbeitet und waren bereit, gemeinsam neue Wege zu gehen. Auf das Team ist Verlass – nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten“. Diese Erfahrungen möchte sie als positive Impulse in den „neuen Alltag“ mitnehmen.

Bei Interesse an unseren Sprachkursen können Sie sich gerne wenden an: