Von der Sehnsucht nach einem Neuen Normal

Foto: Dimitri Houtteman auf Pixabay Fünf Tage Seminar: Auswirkungen von Corona. Nicht schon wieder, werden Sie denken?! Da haben Sie recht - nicht schon wieder in die Vergangenheit schauen, nicht ständig Inzidenzwerte verfolgen und darauf warten, dass - ja worauf eigentlich warten? Alles wie früher einmal? Das gab es noch nie in der Geschichte der Menschheit. Wozu also zurückschauen, besser nach vorne...?

Zurückschauen lohnt sich, um aus Entwicklungen zu lernen. Es gibt immer etwas besser zu machen. Auch bei Corona: Auf der einen Seite Solidarität - auf der anderen Abschottung, Verminderung von Kontakten, auf die Menschen angewiesen sind. Jungen Menschen haben wir sehr viel zugemutet, dass sie auf ein Leben mit Freunden und Klassenkameraden, auf den Campus als Studenten verzichten müssen. Manche Erfahrungen lassen sich nicht nachholen. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass es hier Veränderungen braucht. Zurückschauen lohnt sich, um von den Erfahrungen anderer zu lernen. Hiob, ein Mensch, von dem in der Bibel die Rede ist, quälte sich mit der Frage, ob er Schuld an seiner eigenen Misere hat. Er hat entdeckt, dass es nicht um das Warum geht, warum ist er in dieser misslichen persönlichen Lage, sondern um das Wozu, was kann er lernen über sich, das Leben und über Gott, wie kann er sein Leben neu deuten und gestalten, ohne rein traditionell wie seine Freunde zu denken (nach dem Motto "selber schuld").

Also nach vorne schauen: Wozu Corona? Matthias Horx*, Zukunftsforscher, ahnt etwas von einem "Neuen Normal". Von der Dankbarkeit, dass wir alle zusammengehalten haben. Von Grenzen und ihrem Sinn. Von einer neuen Verantwortung, wenn wir nur noch tun, was wir verantworten können.

Nach vorne schauen hieße sich einzusetzen für ein Neues Miteinander in Europa und der Welt, zwischen Arm und Reich. Angst darf man haben, Krisen eröffnen jedoch auch Chancen. Wirtschaft ist wichtig, braucht Unterstützung. Daran wurde gedacht. Unsere Demokratie und unsere Zivilgesellschaft brauchen ebenfalls Unterstützung. Teilhabe heißt das Zauberwort, mitdenken und mitentscheiden dürfen. Das hat das Seminar der Gesellschaftspolitischen Akademie in den Blick gerückt.

Wir haben in der Gesellschaftspolitischen Akademie viele Angebote und Themen. Ihre Gedanken und Ideen sind willkommen. Gehen Sie ein Stück mit uns. Denken Sie mit uns mit.

 

Text: Wolfgang Hansen

 

* Matthias Horx, Die Zukunft nach Corona. Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin, 3. Auflage, Juni 2020, S. 124 ff.

 
 

  Seminarförderung bei der bpb als Unterträger der AKSB beantragt.


Seminar gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen.